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Historie
Die Geschichte der sympathischen und engagierten Karnevalsgesellschaft „Rübezahl-Silesia" begann am 23. Mai 1975. An diesem Tag trafen sich in der Aachener Gaststätte „Münchener Stube" insgesamt 16 Schlesier, Heimatvertriebene und Aachener Ureinwohner, um gemeinsam ihre Vorstellungen von Brauchtumspflege und Karneval zu verwirklichen. Der ursprüngliche Gründungstermin der Gesellschaft lag allerdings 22 Jahre früher. Unter dem Namen „Festausschuss der Landsmannschaft Schlesien - Kreisgruppe Aachen-Stadt" war man bereits seit 1953 aktiv und hatte als erste Aachener Karnevalsgruppierung einen komplett weiblichen Elferrat. Dieser „Einbruch" in die Männerdomäne Karneval missfiel dem damaligen Präsidenten des Ausschuss Aachener Karneval (AAK), Jacques Königstein, der dem „Festausschuss" die Aufnahme in den Dachverband AAK verweigerte.

1975 war es dann endlich so weit. Durch Unterstützung ihres Mentors Franz Baumann, der damals aktuelle AAK-Präsident, wurde die „KG Rübezahl-Silesia" gegründet und trat noch im selben Jahr dem Bund Deutscher Karneval bei. Unter der Patenschaft der „Prinzengarde der Stadt Aachen - A.R.V. 1910" wurde die „Rübezahl" dann Mitglied im AAK und eine unverzichtbare Stütze in der Aachener Brauchtumspflege.

Seit 1979 nimmt die „Rübezahl" bis auf 2005 ohne Unterbrechung an den Rosenmontagszügen der Stadt Aachen teil und setzte mit innovativen und fantastischen Wagen Akzente. So viel Engagement wurde belohnt: die KG wurde viermal mit dem Rosenmontagsteller für die beste Idee und den schönsten Wagen im gesamten Umzug ausgezeichnet.

Ihre Herkunft hat die „KG Rübezahl-Silesia" nie verleugnet. So ist Silesia die lateinische Bezeichnung für Schlesien und Rübezahl ist der Herr der schlesischen Bergwelt. Der Sage nach war Rübezahl ein Schelm, der Bedrängten gern Freunde bereitete und auch dem schönen Geschlecht zugetan war. Fahne wie Uniform der Gesellschaft sind in den schlesischen Farben gehalten. Die Fahne trägt neben den beiden schlesischen Wappen auch das der Stadt Aachen und des Landes NRW.

Bisher vier Präsidenten führten die Gesellschaft an. Dem Gründungspräsidenten Günter Marwitz (1975 - 1986) folgten Walter Bauwens (1986 - 1987), Joachim Fröhlich (1987 - 1994) und Leo Cloots (1994 - 1997). Seit 1997 ist Edith Kravec Präsidentin der „KG Rübezahl Silesia". Auch hier spielte Franz Baumann eine entscheidende Rolle. Er sagte Edith Kravec, die das angetragene Präsidentenamt nicht annehmen wollte, seine Unterstützung zu und wurde so zum „Präsidentinnenmacher" der KG.

Die Verbundenheit und Freundschaft zu Franz Baumann, der immer mit Rat und Tat zur Seite stand und im September 2005 leider viel zu verstarb, spiegelte sich besonders in der Session 2005/2006 wider. Die „KG Rübezahl Silesia 1975" widmete dem großen Aachener Karnevalisten und Ehrenpräsidenten des "Ausschuss Aachener Karneval" den Sessionsorden und setzt ihm damit ein närrisches Denkmal. Zusätzlich unterstützten die „Rübezahler" das Lebenswerk Baumanns. Die Einnahmen durch den Verkauf eines Sonderpins flossen der Runda-Hilfe des verdienten Aacheners zu.

Um das Gedenken an Franz Baumann lebendig zu halten, verleiht die „KG Rübezahl Silesia" seit der Session 2006/2007 jährlich die Franz-Baumann-Medaille. Damit ehrt die Gesellschaft Menschen, die sich in uneigennütziger Art und Weise um Aachen und um das Brauchtum Karneval verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger waren die Öcher Urgesteine Paul Goßen (2007), Hans Hirtz (2008) und Oberbürgermeister  Dr. Jürgen Linden. Die vierte Franz-Baumann-Medaille der „KG Rübezahl Silesia" wird am Freitag, 29. Januar 2010, im Rahmen der „Gala der Stars" an Franz-Josef "Eff-Jott" Wahlen verliehen.